Plastikrückstände

Ob in der Luft, in der Erde oder im Wasser: Plastik oder zumindest Spuren davonsind an vielen Orten auf unserer Erde zu finden. Der achtlose Umgang mit Plastik und die falsche Entsorgung von Kunststoffabfällen belasten den natürlichen Kohlenstoffkreislauf der Erde.

In der Luft

Da stockt der Atem: Dass die menschengemachten CO2-Emissionen gesenkt werden müssen, um die globale Klimaerwärmung abzuschwächen, darüber herrscht Einigkeit. Auch die Verbrennung von Plastikabfällen in den Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) führt in der Schweiz zu einem Anstieg von Kohlendioxid in der Atmosphäre. Wenn man bedenkt, dass 635‘000 Tonnen Plastik pro Jahr verbrannt werden und dabei nahezu das Dreifache an CO2 entsteht, dann ist das alles andere als eine Kleinigkeit (1 kg Kunststoff erzeugt 2,8 kg CO2 = 1,78 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr).

Bei neueren, energieeffizienten KVA kann die Abwärme als Fernwärme zum Heizen von Häusern oder als Dampf in der Industrie genutzt werden und somit der CO2-Ausstoss etwas reduziert werden.

Im Wasser

Die nicht perfekte Welle: Die Verschmutzung der Weltmeere mit Kunststoffabfällen ist ein grosses, ungelöstes Problem. Diese Kunststoffabfälle stammen überwiegend aus ungeordneten Deponien in Schwellenländern. Hier würde vermehrtes Recycling die Deponierung reduzieren. Im Gegensatz dazu hat die Schweiz schon seit Jahrzehnten eine funktionierende Abfallwirtschaft ohne wilde Deponien. Kunststoffabfälle werden hierzulande entweder recycelt oder thermisch verwertet. Dennoch gelangen auch bei uns Kunststoffe durch Littering (Makroplastik) oder beispielswiese Reifenabrieb oder Waschen von Textilien aus Kunststoffen (Mikroplastik) in die Umwelt. Es steht ausser Frage, dass diese Kunststoffeinträge in die Umwelt auch in der Schweiz mit geeigneten Massnahmen verringert werden müssen.

Im Boden

Feld, Wald, Wiese - und Plastik: Wer seinen Blick beim Spazierengehen, Velofahren oder beim Autofahren schweifen lässt, stellt rasch fest, wie achtlos weggeworfene Plastikverpackungen und andere Abfälle unsere Wegränder säumen. Da und dort versucht der Bauer oder die Bäuerin mit einem freundlichen Hinweis auf einem Schild darauf aufmerksam zu machen, dass Kühe anstelle von zähem Plastik vorzugsweise frische Gräser und Kräuter fressen. Plastik gelangt aber auch über andere Wege auf Felder und Wiesen. Als Fremdstoff im Grüngut (Kompost) entsorgt und zu Dünger mitverarbeitet, landet er schliesslich wiederum in der Umwelt. Zahlen von Biomasse Suisse zeigen, dass in der Schweiz jährlich bis zu 50 Tonnen Plastik in die Böden gelangen.